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Scrubberlagerung beim Rebreather: Was die Forschung wirklich empfiehlt

31.07.2026 Jonas Martins 11 Min. Lesezeit
Scrubberlagerung beim Rebreather: Was die Forschung wirklich empfiehlt

Viele CCR-Taucher verwenden einen bereits begonnenen CO₂-Scrubber bei einem späteren Tauchgang weiter. Doch wie sollte der Scrubber zwischen zwei Einsätzen gelagert werden? Eine experimentelle Studie untersuchte, ob offene, luftdichte oder vakuumversiegelte Lagerung die spätere CO₂-Aufnahmekapazität des Atemkalks beeinflusst.

Kurz erklärt

Bei einer Lagerung über Nacht zeigte sich in der untersuchten Versuchsanordnung kein messbarer Vorteil einer Vakuumversiegelung. Nach einer offenen Lagerung über mehrere Wochen nahm die Leistungsfähigkeit dagegen deutlich ab. Vakuumversiegelte Scrubber behielten ihre CO₂-Aufnahmekapazität wesentlich besser.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Viele CCR-Taucher lagern bereits verwendeten Atemkalk bis zum nächsten Tauchgang im Scrubber.
  • Häufig wird empfohlen, den Scrubber luftdicht zu verschließen oder zu vakuumieren.
  • Eine wissenschaftliche Studie verglich verschiedene Lagerungsmethoden und deren Einfluss auf die spätere CO₂-Aufnahmekapazität.
  • Eine offene Lagerung über Nacht führte in der Studie zu keinem messbaren Leistungsverlust.
  • Nach 28 Tagen schnitt ein vakuumversiegelter Scrubber deutlich besser ab als ein offen gelagerter.
  • Die Ergebnisse ersetzen weder Herstellerangaben noch die maximal freigegebene Nutzungsdauer des Scrubbers.

Kann ich meinen Scrubber bis morgen liegen lassen?

Diese Frage gehört zu den häufigsten Diskussionen unter CCR-Tauchern.

Nach einem Tauchgang befindet sich häufig noch ausreichend Restkapazität im CO₂-Scrubber. Der nächste Tauchgang ist bereits für den folgenden Tag geplant und der Atemkalk soll weiterverwendet werden.

Doch wie sollte der angebrochene Scrubber bis dahin gelagert werden?

Offen

Im Gerät belassen

Einige Taucher lassen den Scrubber ohne zusätzliche Abdichtung bis zum nächsten Tauchgang im Rebreather.

Luftdicht

Öffnungen verschließen

Andere Taucher verschließen den Scrubber oder den Atemkreislauf möglichst luftdicht.

Vakuum

Vakuumversiegeln

Eine weitere Methode besteht darin, den gesamten Scrubber in einem geeigneten Beutel zu vakuumieren.

Die Begründungen für diese Methoden unterscheiden sich häufig. Teilweise geht es um Feuchtigkeitsverlust, teilweise um die Aufnahme von CO₂ aus der Umgebungsluft.

Die wissenschaftliche Datenlage zu dieser praktischen Frage war jedoch lange erstaunlich dünn.

Die entscheidende Frage lautet nicht nur, ob ein Scrubber verschlossen wird, sondern wie lange er bis zum nächsten Einsatz gelagert werden soll.

Warum spielt die Lagerung überhaupt eine Rolle?

Der Atemkalk im Scrubber entfernt Kohlendioxid aus dem ausgeatmeten Atemgas.

Dabei wird CO₂ durch eine chemische Reaktion im Atemkalk gebunden. Für diese Reaktion ist unter anderem Feuchtigkeit erforderlich.

1

CO₂ gelangt in den Scrubber

Das ausgeatmete Atemgas wird durch den mit Atemkalk gefüllten Behälter geleitet.

2

Chemische Reaktion

Der Atemkalk reagiert mit dem Kohlendioxid und bindet es im Scrubbermaterial.

3

Feuchtigkeit wird benötigt

Wasser ist ein wichtiger Bestandteil der chemischen Reaktion zur CO₂-Bindung.

4

Restkapazität bleibt erhalten

Nicht vollständig verbrauchter Atemkalk kann innerhalb der zulässigen Nutzungsdauer grundsätzlich weiterverwendet werden.

Daraus entstanden über viele Jahre zwei verbreitete Erklärungsmodelle.

Feuchtigkeitsverlust

Offen gelagerter Atemkalk könnte mit der Zeit austrocknen und dadurch an CO₂-Aufnahmekapazität verlieren.

CO₂ aus der Umgebungsluft

Eine weitere Vermutung lautet, dass der Atemkalk während der Lagerung CO₂ aus der Raumluft aufnimmt und dadurch vorzeitig verbraucht wird.

Wissenschaftliche Fragestellung

Lange war unklar, welcher Mechanismus praktisch relevant ist und ob eine offene Lagerung über Nacht überhaupt einen messbaren Einfluss auf die spätere Scrubberleistung besitzt.

Was untersuchte die Studie?

Um diese Frage objektiv zu beantworten, untersuchten Pollock und Kollegen bereits verwendeten Atemkalk unter verschiedenen Lagerungsbedingungen.

Verglichen wurden drei unterschiedliche Situationen:

1 Nacht

Offene Lagerung über Nacht

Der bereits verwendete Scrubber wurde bis zum folgenden Tag offen gelagert.

28 Tage

Offene Langzeitlagerung

Der verwendete Atemkalk blieb über einen Zeitraum von 28 Tagen der Umgebungsluft ausgesetzt.

28 Tage

Vakuumversiegelte Lagerung

Der Scrubber wurde über denselben Zeitraum vakuumversiegelt und möglichst luftdicht aufbewahrt.

Nach der jeweiligen Lagerungszeit wurde jeder Scrubber auf einem Prüfstand getestet.

Die Forschenden maßen, wie lange der Atemkalk Kohlendioxid zuverlässig binden konnte, bevor es zum sogenannten CO₂-Durchbruch kam.

CO₂-Durchbruch

Von einem CO₂-Durchbruch spricht man, wenn der Scrubber das zugeführte Kohlendioxid nicht mehr ausreichend zurückhält und eine festgelegte CO₂-Konzentration hinter dem Scrubber überschritten wird.

Warum ist ein Prüfstand aussagekräftiger als ein subjektiver Test?

Ein Taucher kann die tatsächliche Restkapazität eines Scrubbers nicht zuverlässig anhand von Aussehen, Temperatur oder subjektivem Atemgefühl beurteilen.

Ein kontrollierter Prüfstand ermöglicht dagegen einen direkten Vergleich unter definierten Bedingungen.

  • gleichbleibender Gasfluss,
  • definierte CO₂-Zufuhr,
  • kontrollierte Temperatur,
  • vergleichbare Scrubberkonfigurationen,
  • objektive Messung des CO₂-Durchbruchs.

Entscheidend ist nicht, wie ein Scrubber nach der Lagerung aussieht, sondern wie lange er unter vergleichbaren Bedingungen weiterhin CO₂ binden kann.

Was zeigte die Lagerung über Nacht?

Für viele CCR-Taucher dürfte dieses Ergebnis besonders interessant sein:

Eine offene Lagerung über Nacht führte in der Studie zu keinem messbaren Verlust der späteren CO₂-Aufnahmekapazität.

Ein offen gelagerter Scrubber zeigte am folgenden Tag nahezu dieselbe Leistungsfähigkeit wie unmittelbar nach seinem ersten Einsatz.

Die Art der Lagerung machte bei diesem kurzen Zeitraum praktisch keinen relevanten Unterschied.

Praktische Bedeutung

Für eine Wiederverwendung am nächsten Tag konnte die Studie keinen messbaren Vorteil einer aufwendigen Vakuumversiegelung nachweisen.

Was zeigte die Lagerung über 28 Tage?

Bei einer Lagerung über mehrere Wochen veränderte sich das Ergebnis deutlich.

Offen gelagerte Scrubber verloren einen relevanten Teil ihrer späteren CO₂-Aufnahmekapazität.

Vakuumversiegelte Scrubber behielten ihre Leistungsfähigkeit dagegen deutlich besser.

Lagerungsbedingung Zeitraum Beobachtetes Ergebnis
Offen gelagert Über Nacht Kein messbarer Leistungsverlust
Offen gelagert 28 Tage Deutlich geringere CO₂-Aufnahmekapazität
Vakuumversiegelt 28 Tage Leistungsfähigkeit weitgehend erhalten

Entscheidender Unterschied

Die Ergebnisse sprechen dafür, dass die Lagerungsdauer wesentlich wichtiger ist als die Lagerungsmethode bei einer kurzfristigen Lagerung. Je länger der Scrubber aufbewahrt wird, desto relevanter wird eine möglichst luftdichte Lagerung.

Warum könnte offen gelagerter Atemkalk Leistung verlieren?

Die Forschenden diskutierten verschiedene mögliche Erklärungen für den Leistungsverlust nach längerer offener Lagerung.

Interessanterweise fanden sie keine überzeugenden Hinweise darauf, dass der Atemkalk während der Lagerung erhebliche Mengen Kohlendioxid aus der Umgebungsluft aufgenommen hatte.

Als wahrscheinlicher gilt ein anderer Mechanismus:

Offen gelagerter Atemkalk könnte mit der Zeit Feuchtigkeit verlieren und dadurch weniger effizient Kohlendioxid binden.

Wasser ist für die chemische Bindung von CO₂ im Atemkalk erforderlich. Ein zunehmender Feuchtigkeitsverlust könnte deshalb erklären, warum die Leistungsfähigkeit nach längerer offener Lagerung abnimmt.

Wissenschaftlich korrekt einordnen

Der Feuchtigkeitsverlust ist eine plausible Erklärung für das Studienergebnis. Die Untersuchung beweist jedoch nicht abschließend, dass ausschließlich dieser Mechanismus für den Leistungsverlust verantwortlich ist.

Ist CO₂ aus der Umgebungsluft bedeutungslos?

Die Studie lieferte keine überzeugenden Hinweise darauf, dass die CO₂-Aufnahme aus der Umgebungsluft die beobachtete Leistungsminderung hauptsächlich erklärt.

Das bedeutet jedoch nicht, dass eine offene Lagerung grundsätzlich ohne jede Wechselwirkung mit der Umgebung bleibt.

Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftzirkulation, Atemkalktyp und Lagerungsbedingungen können sich zwischen realen Einsatzorten deutlich unterscheiden.

Keine Pauschalisierung

Die Ergebnisse gelten für die untersuchten Versuchsbedingungen. Sie beweisen nicht, dass jeder Atemkalk in jedem Rebreather und unter allen Lagerungsbedingungen identisch reagiert.

Was bedeutet das für CCR-Taucher?

Die wichtigste Erkenntnis lautet:

Die Dauer der Lagerung ist entscheidender als die Lagerungsmethode bei einer kurzfristigen Aufbewahrung.

Für einen weiteren Tauchgang am nächsten Tag zeigte die Untersuchung keinen messbaren Vorteil einer Vakuumversiegelung.

Soll ein bereits verwendeter Scrubber jedoch über mehrere Wochen gelagert werden, spricht die Evidenz für eine möglichst luftdichte oder vakuumversiegelte Aufbewahrung.

Nächster Tauchgang am Folgetag

In der Studie blieb die Leistungsfähigkeit nach offener Lagerung über Nacht erhalten.

Lagerung über mehrere Wochen

Eine luftdichte oder vakuumversiegelte Aufbewahrung kann die Restkapazität besser erhalten.

Herstellerangaben beachten

Die Vorgaben des jeweiligen Rebreather- und Scrubberherstellers bleiben maßgeblich.

Standzeit dokumentieren

Lagerung setzt die bereits verbrauchte Einsatzzeit nicht zurück.

Kontamination vermeiden

Der Scrubber sollte vor Wasser, Schmutz, Chemikalien und mechanischer Beschädigung geschützt werden.

Im Zweifel neu packen

Bei unklarer Lagerung, unbekannter Standzeit oder beschädigtem Atemkalk sollte keine Restkapazität angenommen werden.

Was die Studie ausdrücklich nicht beantwortet

Die Untersuchung beschäftigt sich mit der Frage, wie sich verschiedene Lagerungsbedingungen auf bereits verwendeten Atemkalk auswirken.

Sie beantwortet nicht:

  • wie lange ein Scrubber insgesamt eingesetzt werden darf,
  • ob ein bestimmter Scrubber nach der Lagerung noch ausreichend Kapazität besitzt,
  • ob Herstellergrenzen überschritten werden dürfen,
  • ob jede Atemkalksorte identisch reagiert,
  • ob jedes Scrubberdesign dieselben Ergebnisse liefert,
  • ob eine unsachgemäße Montage durch gute Lagerung ausgeglichen werden kann.

Wichtig

Auch eine perfekte Lagerung macht verbrauchten Atemkalk nicht wieder leistungsfähig. Sie kann lediglich dazu beitragen, vorhandene Restkapazität während der Lagerung besser zu erhalten.

Wie sollte ein verwendeter Scrubber praktisch gelagert werden?

Die konkrete Vorgehensweise muss sich an den Vorgaben des jeweiligen Herstellers orientieren.

Allgemein lassen sich aus den Studienergebnissen und den grundlegenden Sicherheitsprinzipien folgende Punkte ableiten:

1

Restlaufzeit dokumentieren

Die bisherige Einsatzdauer und die zulässige Restzeit müssen eindeutig nachvollziehbar bleiben.

2

Wasser ausschließen

Der Scrubber darf während der Lagerung nicht mit Wasser oder Verunreinigungen in Kontakt kommen.

3

Lagerungsdauer bestimmen

Entscheidend ist, ob die Wiederverwendung am Folgetag oder erst nach mehreren Wochen geplant ist.

4

Herstellervorgabe anwenden

Für Verschluss, Ausbau, Lagerung und Wiederverwendung gelten die spezifischen Vorgaben des Geräts.

5

Bei Langzeitlagerung abdichten

Bei längerer Aufbewahrung spricht die Studie für eine möglichst luftdichte Lagerung.

6

Vor dem nächsten Tauchgang prüfen

Montage, Standzeit, Scrubberzustand und vollständige CCR-Checkliste müssen erneut kontrolliert werden.

Häufige Irrtümer über die Scrubberlagerung

„Ein angebrochener Scrubber muss immer vakuumiert werden.“

Falsch. Für eine offene Lagerung über Nacht zeigte die Studie keinen messbaren Vorteil einer Vakuumversiegelung. Bei einer Lagerung über mehrere Wochen war der Unterschied dagegen deutlich.

„Offen gelagerter Atemkalk nimmt sofort große Mengen CO₂ aus der Luft auf.“

Nicht belegt. Die Autoren fanden keine überzeugenden Hinweise darauf, dass die CO₂-Aufnahme aus der Umgebungsluft den beobachteten Leistungsverlust hauptsächlich erklärt.

„Vakuumieren macht den Atemkalk wieder wie neu.“

Falsch. Eine Vakuumversiegelung stellt bereits verbrauchte Kapazität nicht wieder her. Sie kann lediglich einen zusätzlichen Leistungsverlust während längerer Lagerung reduzieren.

„Ein vakuumierter Scrubber ist unbegrenzt haltbar.“

Falsch. Maximale Nutzungszeiten, Lagerungsgrenzen und Herstellerangaben gelten weiterhin.

„Die Studienergebnisse gelten automatisch für jeden Rebreather.“

Falsch. Atemkalk, Scrubberdesign, Temperatur und Herstellervorgaben können sich unterscheiden. Die Untersuchung erlaubt keine uneingeschränkte Übertragung auf jedes System.

„Wenn der Scrubber trocken aussieht, ist alles in Ordnung.“

Falsch. Das Aussehen erlaubt keine zuverlässige Beurteilung der Restkapazität oder der chemisch erforderlichen Feuchtigkeit im Atemkalk.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich meinen Scrubber bis zum nächsten Tag im Rebreather lassen?

In der untersuchten Versuchsanordnung hatte eine offene Lagerung über Nacht keinen messbaren Einfluss auf die spätere CO₂-Aufnahmekapazität. Voraussetzung bleibt, dass die Wiederverwendung den Herstellervorgaben entspricht und der Atemkalk innerhalb seiner zulässigen Nutzungsdauer liegt.

Wann lohnt sich eine Vakuumversiegelung?

Vor allem bei einer längeren Lagerung. Nach 28 Tagen behielten vakuumversiegelte Scrubber ihre Leistungsfähigkeit in der Studie deutlich besser als offen gelagerte.

Warum verliert offen gelagerter Atemkalk an Leistung?

Die Autoren vermuten einen Feuchtigkeitsverlust als möglichen Hauptmechanismus. Da Wasser für die chemische Bindung von CO₂ erforderlich ist, könnte Austrocknung die Leistung verringern. Abschließend bewiesen wurde diese Erklärung jedoch nicht.

Nimmt Atemkalk während der Lagerung CO₂ aus der Raumluft auf?

Eine gewisse Wechselwirkung mit der Umgebung ist grundsätzlich denkbar. Die Studie fand jedoch keine überzeugenden Hinweise darauf, dass dieser Mechanismus den beobachteten Leistungsverlust hauptsächlich erklärt.

Bedeutet die Studie, dass Herstellerempfehlungen nicht mehr gelten?

Nein. Die Untersuchung ergänzt das wissenschaftliche Verständnis der Scrubberlagerung. Die Angaben des jeweiligen Rebreather- und Scrubberherstellers bleiben weiterhin maßgeblich.

Sollte ich meinen Scrubber grundsätzlich vakuumieren?

Für die Wiederverwendung am nächsten Tag zeigte die Studie keinen klaren Vorteil. Bei einer Lagerung über mehrere Wochen spricht die Evidenz dagegen für eine möglichst luftdichte Aufbewahrung.

Wird die Scrubberlaufzeit während der Lagerung zurückgesetzt?

Nein. Bereits verbrauchte Kapazität bleibt verbraucht. Die Lagerung kann vorhandene Restkapazität lediglich besser oder schlechter erhalten.

Kann ich die Restkapazität am Aussehen des Atemkalks erkennen?

Nein. Farbe, Konsistenz oder äußeres Erscheinungsbild erlauben keine zuverlässige Aussage über die verbleibende CO₂-Aufnahmekapazität.

Wissenschaftlich eingeordnet

Stand der Forschung

Die Lagerung teilweise verwendeter CO₂-Scrubber wurde lange überwiegend auf Grundlage von Herstellerangaben, Erfahrungswerten und plausiblen Erklärungsmodellen diskutiert.

Die Untersuchung von Pollock und Kollegen liefert experimentelle Daten zu der Frage, wie sich offene und vakuumversiegelte Lagerung auf die spätere CO₂-Aufnahmekapazität auswirken.

Eine offene Lagerung über Nacht verursachte keinen messbaren Leistungsverlust. Nach 28 Tagen war die Leistungsfähigkeit offen gelagerter Scrubber dagegen deutlich geringer, während eine Vakuumversiegelung die Restkapazität weitgehend erhalten konnte.

Die Ergebnisse sprechen für einen relevanten Einfluss der Lagerungsdauer. Der vermutete Feuchtigkeitsverlust ist eine plausible, aber nicht abschließend bewiesene Erklärung.

Fazit

Die Studie liefert eine wissenschaftliche Grundlage für eine Frage, die CCR-Taucher seit Jahren beschäftigt.

Für die Wiederverwendung am folgenden Tag zeigte eine offene Lagerung keinen messbaren Nachteil.

Bei einer Aufbewahrung über mehrere Wochen blieb die CO₂-Aufnahmekapazität vakuumversiegelter Scrubber dagegen deutlich besser erhalten.

Für die Praxis bedeutet das:

Kurzfristig scheint die Lagerungsmethode weniger entscheidend zu sein. Langfristig spricht die Evidenz für eine möglichst luftdichte Aufbewahrung.

Diese Erkenntnis ändert jedoch nichts an den grundlegenden Sicherheitsanforderungen.

Ein Scrubber darf ausschließlich innerhalb seiner freigegebenen Nutzungsdauer, nach Herstellervorgabe und mit nachvollziehbarer Dokumentation weiterverwendet werden.

Kernaussage der Forschung

Eine offene Lagerung eines teilweise verwendeten CO₂-Scrubbers über Nacht zeigte in dieser Studie keinen messbaren Leistungsverlust. Bei einer Lagerung über mehrere Wochen blieb die CO₂-Aufnahmekapazität vakuumversiegelter Scrubber dagegen deutlich besser erhalten.

Quelle

Pollock NW, Natoli MJ, Gerth WA, Vann RD.
The effects of storage on carbon dioxide absorbent performance in rebreather diving.
Diving and Hyperbaric Medicine.

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